Auffälliges Design: Merkmale, Wirkung und geeignete Zielgruppen
In ihrem Buch Stile & Looks – Design-Ideen für Print und Web beschreibt Gudrun Wegener die Merkmale des auffälligen Designs so:
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Vergessen Sie alles, was Sie bisher über gutes Design gelernt haben. Regeln und Vorgaben, wie bei anderen Designstilen, werden Sie hier nicht finden. Im auffälligen Stil bewerten Sie alle Designelemente noch einmal neu und weisen ihnen innovative Rollen und Aufgaben zu. Das Ergebnis dient nicht der optimalen Lesbarkeit oder der bestmöglichen Anordnung der Fotos. Auch wird Ihr Design ganz sicher nicht jedem Betrachter gefallen. Das soll es auch gar nicht. Ein auffälliges Design soll nicht um jeden Preis harmonisch und sympathisch sein. Es soll auffallen und Emotionen wecken.
Es fällt das Design auf, das mit dem konservativen Sehalltag bricht. Seien Sie da laut, wo alle leise sind, üppig, wo alle reduziert arbeiten, und farbig, wo alle anderen Designer auf eine tonige Farbharmonie setzen.
Das auffällige Design hat dabei viele Gesichter und Schwerpunkte. Eine eindeutige Beschreibung und Eingrenzung gibt es bei diesem Stil nicht, denn auffällig ist immer das, was mit den gewohnten Sehgewohnheiten bricht:
Umgeben von minimalistischen, neutralen Plakaten fällt dasjenige Design ins Auge, das laut, farbig und überladen ist.
Zwischen den vielen Websites mit optimierter und geordneter Struktur inklusive gestalterisch wohlgesetzter Typografie springt Sie das Design an, das sich auf einen rudimentären und puren HTML-Aufbau bezieht (»Web Brutalism«, […]).
Zwischen vielen warmen, leisen und harmonischen Fotos ist das Bild auffällig, das kalte Farben verwendet und ein surreales Bildmotiv zum Inhalt hat.
Seit den 80er-Jahren sprengt David Carson alle Regeln des klassischen Designgeschmacks und ist damit bis heute erfolgreich. Sein auffälliger und freier Umgang mit Typografie, Farben, Materialien und Bildern ist eine fantastische Inspirationsquelle für Kreative auf der ganzen Welt. (Screenshot: davidcarsondesign.com; Stand: 07/2019)
Wofür sollte das auffällige Design eingesetzt werden? (Zielgruppen)
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Der größte Vorteil, den das auffällige Design mit sich bringt, ist die starke Aufmerksamkeit, die Sie mit einem Design dieses Stils erzielen. Damit eignet sich dieser Look insbesondere für Projekte und Unternehmen, die einen großen Wert auf ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal legen – auch auf die Gefahr hin, dass es nicht allen Betrachtern gefällt oder von diesen positiv bewertet wird. Kunstprojekte, Designer, Kreative, aber auch unabhängige Journalisten oder Freidenker fühlen sich von diesem ungewöhnlichen Look angezogen.
Auffälliges Design am Beispiel von Claudia Mussett, einer Digital-Designerin & Illustratorin aus Barcelona, Spanien ????
Die gestalterischen Mittel für das auffällige Design
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen wieder einen komprimierten Überblick, welche Formen, Muster, Farben, Schrift und Sonstiges – Gudrun Wegener diesmal zur Anwendung im auffälligen Design empfiehlt.
a) Schriften (Typografie)
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In diesem Designstil kommt es nicht auf eine bestimmte Gruppe von Schriften an oder darauf, welche Schriften sich gut miteinander kombinieren lassen. Vielmehr geht es um die Art und Weise, wie Sie mit Typografie umgehen:
Verwenden Sie extrem große Schrift zusammen mit sehr kleinen Schriftgrößen.
Setzen Sie den Zeilenabstand überdurchschnittlich groß oder sogar so klein, dass es zu Überschneidungen der Wörter kommt.
Lassen Sie nicht alle Wörter bündig auf der gleichen Höhe anfangen, sondern versetzen Sie die Zeilenanfänge.
Lücken, Abstände, Überschneidungen, wechselnde Farben – selbst in einem Wort – geben Ihren Texten eine auffällige Erscheinung.
Sie können Ihre Texte auch vertikal laufen lassen.
Einzelne Buchstaben dürfen gerne aus der Rolle fallen und aus dem Satzspiegel oder aus dem einzelnen Wort herausspringen.
Im Onlinebereich stehen Ihnen weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um ungewöhnliche Einsatzgebiete für Schriften zu finden:
Animationen, die auf das Scrollverhalten des Users reagieren
GIFs und kleine Videoclips, die erst beim Überfahren mit dem Cursor starten
Ein Webdesign, bei dem sich die Texte nicht wie gewohnt nach unten aufbauen, sondern zur Seite.
Aber auch ein Webdesign, das sämtliche Regeln und ästhetischen Designansprüche hintanstellt und stattdessen auf pures und einfaches HTML setzt – eine Optik, die Ihnen garantiert sofort auffällt.
Sehr große Kontraste in der Typografie, kombiniert mit viel Freiraum und starken Überschneidungen, machen den Reiz eines auffälligen Designs aus. (Screenshot: elegantseagulls.com; Stand: 07/2019)
[…]
Welches die passende Schrift für Ihr auffälliges Design ist, hängt stark von der Gesamtgestaltung ab, die Sie verfolgen. Entscheiden Sie zuerst, welches das tragende Element in Ihrer Gestaltung sein soll. Dabei stehen Ihnen folgende Elemente zur Auswahl:
die Typografie
Fotos und Bilder
die verwendeten Farben
Nur ein einzelnes dieser Elemente sollte Ihr Design bestimmen, denn auffällig sein heißt nicht, dass Ihre Gestaltung unruhig, nervös und überladen ist. Das würde aber fast automatisch passieren, wenn Sie ohne einen klaren Fokus in der Gestaltung arbeiten. Schriften können Ihr Hauptelement hervorheben und positiv beeinflussen, wenn sie mit Bedacht und Feingefühl ausgewählt werden.
WIE VIELE SCHRIFTEN? Vielleicht denken Sie im ersten Moment, dass ein auffälliges Design viele Schriften benötigt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn bei einer Typografie mit so vielen Kontrastmöglichkeiten, wie in diesem Designstil, ist weniger mehr. Belassen Sie es bei zwei bis maximal drei Schriftarten – eine für den Fließtext und dann noch ein bis zwei Schriften für die Überschriften und Auszeichnungen. Alle anderen Varianzen können Sie über die Schriftgrößen, unterschiedliche Schriftschnitte, Farben, Zeilenabstände oder die Einrückungen problemlos umsetzen.
Besonders beim Einsatz einer Zierschrift ist es ratsam, sehr bewusst und ausgesucht zu handeln. Diese Schriftgruppe passt gut zum auffälligen Look, ist aber nur schwer mit mehr als einer weiteren Schrift zu kombinieren.
b) Farben
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Die Auswahl der Farben wird, ähnlich wie bei der Schriftwahl, durch den Kontext und die Gesamtstimmung Ihres Designs bestimmt. Das auffällige Design hat keine feste Farbpalette. Gemeinsamkeiten lassen sich trotzdem erkennen:
kräftige und leuchtende Farben
dominante Freiräume, gerne pur in Weiß oder Schwarz
keine monochromen Farbtöne oder Pastellfarben
Viel ausschlaggebender für die Farbwahl ist die Art und Weise, wie Sie die Farben einsetzen wollen. Dabei gibt es drei wesentliche Wege, um auffällig mit Farben umzugehen, die alle oft und gerne in diesem Designstil eingesetzt werden: die Anzahl der verwendeten Farben, der Kontrast der Farben und die Farbmenge.
Der erste Weg bezieht sich also auf die Anzahl der verwendeten Farben in Ihrem Design. Dafür können Sie entweder sehr viele Farben miteinander kombinieren und dadurch eine laute und bunte Gesamterscheinung entwerfen. Oder Sie arbeiten mit dem Gegenteil und verwenden nur Schwarzweiß und eine hervorstechende Auszeichnungsfarbe, die dadurch überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit erhält, so wie es im folgenden Farbbalken beispielsweise mit Magenta ausgeführt wurde.
Eine leuchtende Farbe, die nur mit schwarzweißen Farbtönen gemixt ist, fällt besonders ins Auge.
Zweitens können Sie auch über den Kontrast der verwendeten Farben zueinander ein auffälliges Design unterstreichen. Besonders beliebt sind kräftige, leuchtende Komplementärfarben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen und so den größtmöglichen Gegensatz zueinander haben. Schwarzweiß gemixt mit klaren Auszeichnungsfarben hat auch einen starken Kontrast, der gut zu diesem Look passt.
Die dritte Methode, um aufzufallen, bezieht sich auf die Farbenmenge. Indem Sie eine Farbe oder einen Farbverlauf großflächig über das gesamte Design legen, bekommt Ihr Design ein besonderes Merkmal, das der Betrachter nicht übersehen kann.
Auch über die Größe der eingesetzten Farbbereiche können Sie Ihrem Design einen besonderen Look verleihen. Gerade Farbverläufe, auch über Fotos hinweg, sehen hier schön und ästhetisch aus.
In diesem Design dominiert ein knalliges, kaltes Rot, das großflächig über das Foto gelegt wird und sich dann in der Typografie und den Grafikelementen wiederholt. Seine Kraft verdankt es auch dem großen hellgrauen Freiraum, der das Rot noch kontrastreicher macht. (Screenshot: culture.pl; Stand: 05/2019)
c) Fotos
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Bildcollagen, surrealistische Details, Verfremdungen, Inszenierungen, Überblendungen oder Verzerrungen – alle diese fotografischen Stilmittel finden sich im auffälligen Designstil wieder. Fotografien dieser Art haben Sondermerkmale und kleine Fehler, die normalerweise dazu führen, dass diese Bilder aussortiert werden. Sie passen nicht zu unserem Anspruch an perfekte und scharfe Fotos, wie sie für andere Designstile benötigt werden. Der auffällige Stil jedoch feiert das Anderssein und nutzt aus diesem Grund auch mehr als nur das gewohnte Bildmaterial.
Auffällige Inszenierungen, krude Momentaufnahmen oder surrealistische Bildcollagen stellen ebenfalls eine großartige Grundlage für Designs in diesem Look dar. Oftmals sind die Designkonzepte hier feiner und eleganter, da die Besonderheit im Bild selbst liegt und keine übermäßig laute oder unruhige Typografie benötigt wird, um zu funktionieren.
Die Wirkung und der auffällige Kontrast von nur einer oder zwei leuchtenden Farben zu Schwarz, Weiß oder Grautönen wurden hier schon mehrfach vorgestellt. Aus genau diesem Grund sind Schwarzweißfotos in diesem Designstil auch so beliebt. Sie machen es Ihnen als Designer leicht, auffällig zu sein und starke Highlights mit Farbe oder Typografie zu erzeugen.
Auffälliges Design am Praxisbeispiel von »up-art«: Logo, Print & Web
Auf Grundlage der hier festgestellten Merkmale und gestalterischen Mittel, habe ich für das Praxis-Projekt nun folgendes Design entworfen:
Denken Sie bei der Farbauswahl daran, dass Ihr Design auch in Schwarzweiß (siehe Logo) über ausreichend Kontraststärke verfügt.
Kunden und Gewerbe, die sich über das auffällige Design finden
Im Vergleich zu anderen Design-Stilen ist der Personenkreis, den Sie mit einem auffälligen Look ansprechen können, eher etwas eingeschränkt. Wie in diesem Blogbeitrag weiter oben schon zitiert, beschreibt Gudrun Wegener den infrage kommenden Anwendungsbereich so: »Kunstprojekte, Designer, Kreative, aber auch unabhängige Journalisten oder Freidenker fühlen sich von diesem ungewöhnlichen Look angezogen.«
Für mein Praxisbeispiel »up-art« also geradezu prädestiniert. ????
Ausgenommen Kinder, die das Teenageralter noch nicht erreicht haben, sehe ich bezogen auf Geschlecht, Alter und Einkommen für die Zielgruppenbestimmung keine weiteren Einschränkungen. Hier ist wieder das jeweilige Waren- bzw. Dienstleistungsangebot maßgebend.
Im nächsten Beitrag werde ich die Stilrichtung „Illustratives Design“ besprechen.
Modernes Design: Merkmale, Wirkung und geeignete Zielgruppen
In ihrem Buch Stile & Looks – Design-Ideen für Print und Web beschreibt Gudrun Wegener die Merkmale des modernen Designs so:
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[…] Denn kaum ein anderer Look beruft sich so konsequent auf sein Gestaltungsraster und die geometrischen Grundformen wie das moderne Design. Jedes Element soll hier zeigen, dass es einen festen Platz im Design hat, und den Blick des Betrachters auf einen entscheidenden Aspekt lenken. Dazu kommen sehr deutliche Kontraste beispielsweise in den Schriftgrößen und Farben, die diese Anordnung noch hervorheben und unterstreichen. Damit das möglich ist und um entsprechend wirken zu können, benötigt das moderne Design viel Freiraum und Platz.
Wofür sollte das Modern Design eingesetzt werden? (Zielgruppen)
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Der kühne und funktionale Look passt gut zu Unternehmen, die sich mit modernen Trends, Technik, Entwicklung oder auch Innovationen beschäftigen. Gleichzeitig braucht es nur wenige Änderungen, um ein modernes Design anzupassen und auf zukünftige Werte und Ziele auszurichten. Schon die Veränderung der Typografie der Überschriften kann ein Design leichter und verspielter oder strenger und dominanter machen.
Modernes Design am Beispiel von »BioNTech« und »Vestas«, einer Firma für Windenergieanlagen mit Sitz in Deutschland ????
Die gestalterischen Mittel für das Modern Design
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen wieder einen komprimierten Überblick, welche Formen, Muster, Farben, Schrift und Sonstiges – Gudrun Wegener diesmal zur Anwendung im modernen Design empfiehlt.
a) Schriften (Typografie)
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Im modernen Design sollen Schriften in erster Linie Informationen vermitteln und dem Leser eine klare Orientierung geben. Dabei stehen die gute Lesbarkeit und der funktionale Charakter im Fokus. Das lässt sich am leichtesten umsetzen, indem Sie nur mit sehr wenigen Schriftarten arbeiten – eine sehr klar aufgebaute Schrift für die Fließtexte und dazu in der Kombination ein bis zwei weitere Schriften für die Überschriften und Auszeichnungen. Vor allem der Mix aus Serifenlosen und Serifenschriften mit einem starken Kontrast in den Schriftgrößen erzeugt eine interessante Mischung, ohne im Design zu auffällig und zu dominant zu wirken.
[…]
Welche Schriften sind für Ihr modernes Design empfehlenswert?
Besonders schön wirkt das moderne Design mit klaren, kräftigen Farben, die einen deutlichen Kontrast zueinander haben. […] Aber diese Kombination braucht ein besonderes Fingerspitzengefühl, denn sie ist laut und sehr auffällig. Nehmen Sie den sehr kontrastreichen Farben ein wenig von ihrer Lautstärke, indem Sie sie großzügig mit Schwarz, Weiß und Grau mixen. So erhalten Sie ein schönes Gegengewicht, ohne auf den tollen Kontrast verzichten zu müssen.
Blau und Gelb sind beide primäre Farben, die stark ins Auge fallen. Zusammen mit dem Schwarz und einem neutralen Grau erhalten Sie eine spannende Farbpalette.
[…]
Korallenrot im Mix mit mehreren Blautönen wirkt frisch, sommerlich und strahlend.
Sie möchten es leiser und wollen dennoch nicht auf die klare Aussagekraft der modernen Farbtöne verzichten? Dann setzen Sie auf mit Weiß abgetönte Farben, und mixen Sie diese mit großen, hellen Farbflächen. Die Triade aus Rot, Grün und Blau wirkt auch in dieser zarten Variante.
Auch zarte Pastelltöne und Weiß passen gut in das moderne Design, wenn Sie darauf achten, dass der Kontrast zwischen den einzelnen Farbtönen stark genug bleibt. Hier sind es das kühle Grünblau und das Hellblau, die für einen interessanten Gegenpol zu den sehr zarten Pastelltönen sorgen.
Analoge Farben, die im Farbkreis nebeneinanderliegen, sind sehr harmonisch und gleichförmig. Um auch hier den für dieses Design charakteristischen starken Farbgegensatz nicht zu verlieren, können Sie eine Farbe sehr kräftig anmischen, während Sie die anderen Farben zurückhaltender gestalten.
Bei analogen Farbtönen ist es wichtig, dass eine Farbe deutlich stärker und kräftiger ist, damit der Look nicht zu gleichförmig und langweilig erscheint.
Achten Sie beim Einsatz der Farben darauf, die einzelnen Farbtöne klar voneinander abzugrenzen. Anstelle von Verläufen und weichen Übergängen können Sie hier die farbigen Flächen hart aneinandersetzen und deutlich voneinander abgrenzen. Auszeichnungselemente, wie Buttons oder Anweisungen, wirken am besten in einer strahlenden und starken Kontrastfarbe, die dem Betrachter direkt ins Auge fällt.
c) Fotos
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[…] Der moderne Look ist so offen und klar, dass er viel Raum für Bilder lässt, sodass Sie diese sehr schön und präsent in Szene setzen können.
Was so betont im Fokus steht, muss allerdings auch gut sein. Langweilige, unpassende oder unausgewogene Fotos können Ihr gesamtes Design negativ beeinflussen. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Bilder besonderen Wert auf die Qualität der Fotografien legen.
[…]
Wenn diese Punkte erfüllt sind, können Sie Fotos zu jedem Thema verwenden. Von Businessbildern über Familienaufnahmen bis hin zu Architektur- oder Naturfotografien können Sie jedes Thema im modernen Designstil umsetzen.
Modernes Design am Praxisbeispiel von »up-art«: Logo, Print & Web
Auf Grundlage der hier festgestellten Merkmale und gestalterischen Mittel, habe ich für das Praxis-Projekt nun folgendes Design entworfen:
Kunden und Gewerbe, die sich über das Modern Design finden
»Form follows function« – Dieser Bauhaus*-Leitsatz spielt auch in der Gestaltung des modernen Corporate Designs eine große Rolle.
Unternehmen, deren Produkte und/oder Dienstleistungen einem ständigen Wandel durch Innovationen (Technik, Medizin, Umwelt) sowie Trends (Mode, Ernährung, Beruf) unterliegen, bedürfen für die flexible Präsentation ihrer Angebote eines ebenso funktionalen wie zeitlosen Brandings.
Aber auch in der bildenden Kunst – sei es in Form von Fotografie oder wie hier in meinem Praxisbeispiel Malerei – kann ein modernes Erscheinungsbild durchaus angebracht sein. Im Besonderen, wenn es primär darum geht, einzelne Kunstwerke in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen.
Für die Anwendung eines modernen Corporate Designs gibt es in der Frage nach geeigneter Zielgruppen keine Einschränkung. Hier ist letztlich das jeweilige Waren- bzw. Dienstleistungsangebot ausschlaggebend.
*Wikipedia-Auszug: »Das Staatliche Bauhaus, inzwischen meist nur Bauhaus, war eine 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Kunstschule. […] Das Bauhaus […] gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen.«
Im nächsten Beitrag werde ich die Stilrichtung „Auffälliges Design“ besprechen.
Dekoratives Design: Merkmale, Wirkung und geeignete Zielgruppen
In ihrem Buch Stile & Looks – Design-Ideen für Print und Web beschreibt Gudrun Wegener die Merkmale des dekorativen Designs so:
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[…] Dabei gibt es im dekorativen Design nicht den einen Stil oder die eine richtige Gestaltung, die Sie wie eine Blaupause über Ihre Projekte legen könnten. Der dekorative Stil ist individuell, persönlich und subjektiv. Somit bietet Ihnen dieser Designstil alle Möglichkeiten, Ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und Ihr Projekt zu etwas ganz Einzigartigem zu machen.
[…]
Starken Einfluss auf den dekorativen Stil haben geschwungene Linien, florale und naturbezogene Elemente und die bewusste Vermeidung von Symmetrien. An die Stelle von Technologie, Gleichförmigkeit und reiner Funktionalität tritt eine enge Vertrautheit zwischen dem Menschen und der Natur.
Es geht um die Schönheit im Kleinen und die Verschmelzung von Kunst, Natur und Alltag. Ein dekoratives Logo besteht nicht nur aus dem Namenszug, sondern hat viele kleine verspielte Verzierungen, die dem Betrachter sofort ein Gefühl von Aufmerksamkeit und Liebe zum Detail kommunizieren.
Und weiter zur Wirkung:
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Dekorationen geben Ihrem Zuhause eine persönliche Note, zeigen, welche Aspekte Ihnen wichtig sind, und lassen Gäste erahnen, wie viel Liebe und Mühe Sie in die harmonische Zusammenstellung der Einzelelemente gesteckt haben. Mit einem dekorativen Stil vermitteln Sie den Betrachtern Ihrer Designs die gleiche herzliche Achtsamkeit.
Wofür sollte das Dekorative Design eingesetzt werden? (Zielgruppen)
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Ihr Design ist Ihnen wichtig, weil Ihnen der Grund für das Design wichtig ist. Einladungen, Geburtstagsfeiern, persönliche Meilensteine, aber auch Produkte mit einem emotionalen Kontext, wie Kinderkleidung oder Brautmoden, werden daher besonders häufig mit liebevollen Details und schönen Verzierungen versehen.
[…]
Illustrative Details und freie Zeichnungen haben ihren eigenen Charakter und spiegeln die persönlichen Vorlieben einzelner Personen oder Gruppen wider. Sie gefallen daher nicht jedem. Wenn Sie sich für ein dekoratives Design entscheiden, besteht immer die Möglichkeit, dass die Gestaltung nicht den Geschmack aller Betrachter trifft. Das ist ein Risiko, dessen Sie sich bewusst sein müssen. Aus diesem Grund eignet sich dieser Stil auch nicht für Produkte und Unternehmen, die eine breite Masse überzeugen wollen.
Dekoratives Design am Beispiel von »Suess & Salzig« – einem Torten- und Patisserie Service in Süßen (Göppingen, BW) ????
Die gestalterischen Mittel für das Dekorative Design
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen wieder einen komprimierten Überblick, welche Formen, Muster, Farben, Schrift und Sonstiges – Gudrun Wegener diesmal zur Anwendung im dekorativen Design empfiehlt.
a) Schriften (Typografie)
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Welche Schriften passen gut zu Ihrem dekorativen Design?
Abhaya Libre, Abril Fatface, Alike Angular, Amaranthe, Amatic SC, Amiri, Arnold Böcklin, Averia Libre, Averia
Sans Libre, Baldur, Beacon, Bodoni, Boecklins Universe, Cookie, Eckmann, Fredericka the Great, Holiday, Love Ya
Like a Sister, Mathlete, Medusa, Mercedes Antiqua, Metropolitaines, Penna, Rajdhani, San Andreas, Stray Bullets
Rough
[…]
WIE VIELE SCHRIFTEN?
Für das dekorative Design gilt – ähnlich wie beim Vintage Design auch –, dass die Feinheiten und der Charakter
der Grafik erst durch die Kombination von mehreren unterschiedlichen Schrifttypen richtig gut zur Geltung
kommen. Damit unterscheidet sich dieser Designstil von vielen anderen Looks, bei denen Schriften nur sparsam und
ausgewählt untereinander kombiniert werden. Nutzen Sie Handschriften oder Zierschriften für Namen, Highlights,
Überschriften und Hervorhebungen, und mixen Sie diese mit Fließtexten in einer gut lesbaren Serifenschrift.
Natürliche Farben geben im dekorativen Design den Ton an. Grüne Pflanzenfarben finden Sie immer und überall,
kombiniert mit Blütenfarben, dem blauen Himmel, kühlen Wassertönen und einem leuchtenden Sonnengelb. Harmonien
erzeugen Sie, indem Sie für Ihr Design eine einheitliche Sättigung aus der gleichen Farbwelt wählen. Denken Sie
an die Jahreszeiten, wenn es Ihnen schwerfallen sollte, die passenden Farbkombinationen zu finden. Der Frühling
mit seinen klaren und leuchtenden Farbtönen erzeugt im Kopf ganz andere Bilder als der Herbst mit seinen warmen,
satten Farben. Nehmen Sie diese Assoziationen mit, und übertragen Sie die Stimmung auf Ihr Design.
Besonders schön wirken die Farben, wenn Sie auf einen (teil-)komplementären Kontrast setzen: Unterschiedliche
Gelb-, Orange- und Rottöne in Kombination mit Grün aus dem gegenüberliegenden Bereich des Farbkreises.
Wie ein frischer Frühlingstag ist dieser Farbenmix: Das Limonengrün harmoniert sehr schön mit den
verschiedenen Gelb-, Orange- und Lachstönen.
Sie möchten ein detailreiches Design, bevorzugen aber eher ruhige, kühlere Farben, die weniger laut sind? Auch
dann sind Sie mit dem dekorativen Stil gut beraten. Gerade schlichte Designs profitieren von edel wirkenden und
zurückgenommenen Farben. Bleiben Sie aber dennoch bei deutlichen Farbunterschieden, wie etwa dem
Komplementärkontrast mit Rot und Grün.
Mit dem abgemischten Rot wird bei diesem Mix sowohl ein helles als auch ein dunkles Waldgrün kombiniert.
Aufgelockert werden die kontrastreichen Farben durch einen edlen Cremeton.
Das Gegenteil funktioniert ebenfalls. Knallige Farben, die an die Karibik erinnern, dominiert von Türkis und
leuchtendem Rot, sind perfekt für ein sommerliches Designprojekt. Für florale Elemente sind viele Farben mit
unzähligen Nuancen typisch, und alle diese Farben stehen Ihnen zur Verfügung, wenn Sie ein verziertes Design
gestalten.
Leuchtend und farbenfroh wie ein Sommer in der Karibik sind die Türkistöne im Mix mit dem strahlenden Rot.
Das ist eine Kombination, die auffällt! Einen Ausgleich dazu schafft ein helles Grau.
c) Illustrationen, Materialien und Accessoires
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Das dekorative Design lebt durch die Extras. Diese können ganz dezent eingesetzt sein – etwa ein kleines Detail
in der Schrift – oder auch umfassend, auffällig und ganzheitlich, wenn Sie beispielsweise ein Hochzeitsdesign
inklusive der kompletten Dekoration mit passendem Schleifenband, dem Siegel und den dazugehörigen Tischsets
gestalten.
Einen besonderen Stellenwert haben in diesem Designstil Illustrationen, Grafiken und Bilder. Sie sind der rote
Faden, der alle Einzelstücke Ihres Designs miteinander verbindet, und lassen sich sehr gut als wiederkehrendes
Element nutzen. Setzen Sie beispielsweise eine schön gezeichnete Rose zuerst groß auf der Einladungskarte ein,
und platzieren Sie die Blume dann später erneut viel kleiner auf der Dankeskarte. Der Wechsel in den Größen und
Anordnungen der Bildelemente ist dabei wichtig, da Symmetrien in diesem Stil bewusst vermieden werden sollten.
[…]
Völlig frei sind Sie hingegen im Stil der Illustrationen. Handgezeichnete Aquarelle, alte Abbildungen aus Lexika
oder flächige Vektorgrafiken – alles ist möglich, wenn die Illustration mit dem Gesamtstil des Designs
harmoniert. Doch Vorsicht: Pro Design sollten Sie immer nur einen Illustrationsstil verwenden. Eine klare
Vektorillustration beispielsweise ist glatt und flächig, während ein transparent wirkendes Aquarell viele
Schattierungen und Farbübergänge besitzt. Die Ästhetik beider Stile ist schön, aber grundverschieden. Ein Mix
aus so verschiedenen Stilen ist zu unruhig und stört den Gesamteindruck.
Zusätzlich können Sie Ihrem Design über eine identische Papierstruktur oder bestimmte sich wiederholende
Materialien einen einheitlichen Look geben.
Drei Pflanzen, drei Stile und unzählige Möglichkeiten. Dank der Vielfalt im dekorativen Design können Sie mit den
Illustrationen, die Ihnen besonders gut gefallen, hervorragend arbeiten.
d) Fotos
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Die gleiche Sorgfalt, die Sie für die Illustrationen aufwenden, sollten Sie auch den Fotografien zukommen lassen.
Folgende Fragen unterstützen Sie dabei, die passende Auswahl zu treffen:
Enthält das Foto Details und Feinheiten für den Betrachter?
Gibt es einen Fokus oder einen Schwerpunkt in der Abbildung?
Hat das Bild eine einheitliche Farbstimmung?
Wurde das Bild stimmig arrangiert und das Thema mit Bedacht aufbereitet?
Passen Farbe und Stimmung der Fotografie zu Ihrem Designkonzept?
Bereichern Pflanzen, florale Muster oder Zierelemente die Fotos?
Dekoratives Design am Praxisbeispiel von »up-art«: Logo, Print & Web
Auf Grundlage der hier festgestellten Merkmale und gestalterischen Mittel, habe ich für das Praxis-Projekt nun folgendes Design entworfen:
Denken Sie bei der Farbauswahl daran, dass Ihr Design auch in Schwarzweiß (siehe Logo) über ausreichend Kontraststärke verfügt.
Kunden und Gewerbe, die sich über das Dekorative Design finden
Für die Anwendung eines dekorativen Stils im Corporate Design kommt eigentlich jeder Bereich infrage, der sich in einer charakteristischen Form entweder speziell den besonderen Momenten in unserem Leben – wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Jubiläen etc. – oder aber auch dem alltäglichen Wohlbefinden widmet.
Dazu zählen folgerichtig Produkte oder Dienstleistungen aus den Branchen Eventplanung, Brautmoden, Kinderkleidung,
Schmuck, Floristik, Geschenkartikel, Raum- & Tischdekor, Partyservice, Grafikdesign, Fotografie u. v. m.
In Bezug auf mein Künstlerprojekt hat Bildende Kunst, neben der Ausstellung in einer Galerie oder einem Museum, in
der Raumgestaltung zwar naturgemäß auch einen dekorativen Zweck; für das Corporate Design sollte in dem Zusammenhang aber vorrangig der Kunststil gemeint sein. (Bspw. Stillleben, Blumenmuster u. ä.)
Die Zielgruppenbestimmung betreffend Geschlecht, Alter und Einkommen ist abhängig von der jeweiligen Branche und daher im Einzelfall zu betrachten.
Im nächsten Beitrag werde ich die Stilrichtung „Modernes Design“ besprechen.
Glamour Design: Merkmale, Wirkung und geeignete Zielgruppen
In ihrem Buch Stile & Looks – Design-Ideen für Print und Web beschreibt Gudrun Wegener die Merkmale des glamourösen Designs so:
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Der glamouröse Look begeistert uns mit seiner klaren Charakteristik, die auf starken Linien, Symmetrien und geometrischen Formen beruht. Bögen, Stufen und Zickzacklinien ergeben ein grafisches und elegantes Dekor. Gleichzeitig findet man hier eine ungewöhnliche Kombination von Materialien und Texturen – poliertes Mahagoni, Samt, Messing, Elfenbein, Perlen, Kristallglas und immer wieder Gold. Farben treten großflächig auf und sind einheitlich gewählt. Sie beeinflussen die Gesamtstimmung des Designs, bleiben jedoch generell im Hintergrund. Materialien, Texturen und Formen sind viel wichtiger für die glamouröse Wirkung dieses Designs.
Und weiter zur Wirkung:
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Der glamouröse Stil hat seine Wurzeln im Art déco – einem Designstil, der gut hundert Jahre alt ist. Gleichwohl hat dieses Design nichts von seiner Schönheit und Faszination verloren und erlebt gerade ein Comeback. Wie kann das sein? Was macht diesen Designstil so außergewöhnlich, dass er bis heute fest in unseren Köpfen verankert ist?
Die Antwort ist einfach: Es liegt an der ästhetischen Kombination aus opulenter Schönheit und klaren geometrischen Formen. Dieser Kontrast fällt auf, fesselt unsere Aufmerksamkeit und ist aufregend – bis heute. Gleichzeitig zählt das Art déco zu den historischen Stilen, ähnlich wie der Vintage-Stil, und ruft Erinnerungen an eine Vergangenheit hervor, die so anders war als unsere heutige hoch technisierte und funktionale Zeit und damit reizvoll und mit positiven Assoziationen besetzt ist.
Wofür sollte der Glamour-Stil eingesetzt werden? (Zielgruppen)
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Dieser Designstil ist also glamourös und kunstvoll. Er verleiht Ihrem modernen Design eine sehr ästhetische und pompös nostalgische Note, ohne veraltet oder rau zu wirken. Aus diesem Grund ist der glamouröse Stil vor allem für einmalige Projekte und Gestaltungen geeignet, mit der Sie große Aufmerksamkeit erzielen wollen. Einladungen und Briefpapier zu besonderen Feiern, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, einfache Logos oder Einzelprojekte mit wenigen Abbildungen passen aus diesem Grund besonders gut. Hier kann der glamouröse Look seine Vorteile ausspielen.
Außerdem lassen sich die einzelnen verwendeten Elemente leicht auf sämtliche gestalteten Bereiche, wie die Dekoration oder die Einrichtung, übertragen, sodass mit dem Design und den Einzelelementen eine ästhetische Gesamtstimmung beispielsweise für eine Veranstaltung geschaffen werden kann. Das Art déco war ja auch nicht nur ein Designstil, sondern vielmehr eine Epoche, ein Lebensgefühl und eine Strömung, die sämtliche Lebensbereiche ihrer Zeit beeinflusst hat.
[…]
Ein komplexes Webdesign im glamourösen Stil anzulegen ist mutig und kann lediglich
in einem sehr konkreten Fall und mit einem fest definierten Thema funktionieren.
[…]
Der glamouröse Designstil braucht viel Raum, um zu wirken, und zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. Für komplexe Websites mit vielen Unterseiten ist das zu dominant. Um aber einen exklusiven Champagner opulent auf einer Landingpage zu präsentieren, eignet sich der Designstil sehr gut.
Glamour/Art déco Design am Beispiel von »The Edmon« – einem Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb in Los Angeles ????
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen wieder einen komprimierten Überblick, welche Formen, Muster, Farben, Schrift und Sonstiges – Gudrun Wegener diesmal zur Anwendung im glamourösen Design empfiehlt.
a) Schriften (Typografie)
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Welche Schriften passen gut zu Ihrem glamourösen Design?
Abril Fatface, Arthur Sans, Bifur, Broadway, Coquette, Cormier Regular, Cormier Double, Limelight, Metro, Metropolis, Naive Deco Sans, P22 Art Deco, Parisian, Park Lane NF, Phosphate Solid, Phosphate Inline, Pontiac Inline, Poirot One, Rialto NF
[…]
WIE VIELE SCHRIFTEN? Mehrere auffällige Schriften vertragen sich in der Regel nicht gut miteinander. Zu stark stehen die einzelnen Charaktere in Konkurrenz zueinander. Um dem zu entgehen, sollten Sie sich auf nur eine, maximal zwei auffällige Schriften festlegen. Diese sind der Blickfang und das Hauptdesignstück für Ihre Gestaltung und zieren die Überschrift, Hauptinformationen und Kernelemente Ihres Textes. In diesem fokussierten Rahmen stellt es auch keine Einschränkung dar, falls es Ihre gewählte Schrift nur in Großbuchstaben geben sollte.
Für die Fließtexte oder andere umfangreiche Informationen, die Sie in Ihrem Design unterbringen möchten, können Sie eine serifenlose, schmale Schrift wählen, die keinen starken Eigencharakter hat und sich harmonisch kombinieren lässt, wie beispielsweise die Open Sans oder die Montserrat.
Tipp: Ist Ihnen eine auffällige Schriftart zu wenig, können Sie auch auf die unterschiedlichen Schriftschnitte innerhalb einer Schriftart setzen.
b) Farben
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Besonders satte, volle und opulente Farbtöne, wie dunkles Violett, tiefes Blau, Rot oder ein kräftiges Petrol, eignen sich deshalb besonders gut. Farben werden in diesem Stil immer vollflächig und großzügig verwendet.
Kombiniert werden diese Farbtöne dann so, dass harte und klare Kontraste entstehen. Dafür eignen sich immer Goldtöne, aber auch Messing-, Kupfer- und Silbertöne oder auch ein schlichtes Weiß, wenn Ihnen die Metalltöne zu dominant sind. In modernen glamourösen Designs findet man auch immer häufiger elegantere Kombinationen, wie pudriges Pink im Zusammenspiel mit Gold, die weniger kontrastreich, aber ebenfalls luxuriös und stilvoll sind.
[…]
Vermeiden sollten Sie sämtliche Verläufe, wilde Effekte oder komplizierte Farbkombinationen. Sie passen nicht zum glamourösen Stil und würden Ihr Design viel zu schnell beliebig, laut und vulgär aussehen lassen.
Hier kommt wieder die Einfachheit des Art déco zum Tragen: Wählen Sie ganz bewusst eine Farbe, und setzen Sie diese großflächig ein. Ist Ihnen das zu wenig, dann überlegen Sie sich genau, ob Ihr Design wirklich mehr als eine Farbe plus Goldton vertragen kann, ohne ins Kitschige abzugleiten. Im Zweifelsfall ist hier weniger immer mehr.
Ein guter glamouröser Look ist nie überladen, zu voll oder bunt, sondern verwendet ein oder zwei Farben – immer sehr ausgewählt und auf den Punkt definiert.
c) Muster und Materialien
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Im glamourösen Look sind Muster das prägende Element. Kombinieren können Sie für Ihr Design fast jede geometrische Form, die Ihnen gefällt. Kugeln, Polygone, Rechtecke, Trapezoide, aber auch Sonnenstrahlen und die im Designbereich Chevrons genannten Zickzackmuster sind hier ganz typisch. Jede dieser Formen hat harte Kanten, einen rechteckigen Aufbau, parallele Linien oder geometrische Elemente.
Von der Kunstrichtung des Jugendstils übernommen sind Blumen und florale Muster, die aber viel stilisierter und abgeflachter dargestellt werden. Muschelformen und Sonnenmuster mit Strahlen sind ebenfalls weit verbreitet. Diese von der Natur inspirierten Formen werden aber nicht frei eingesetzt, sondern in einem sich immer wiederholenden Raster gezeigt. So erscheinen auch diese freien Elemente schon fast mosaikhaft. Denken Sie stets daran, dass Symmetrien für das glamouröse Design viel wichtiger sind als individuelle Eigenheiten.
d) Fotos und Illustrationen
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Fotografien spielen für einen glamourösen Look eher eine untergeordnete Rolle, sind sie doch viel zu oft nicht
mondän und symmetrisch genug, um mit dem übrigen Design zu harmonieren. Gezielt eingesetzte Illustrationen
passen da schon besser, doch auch sie haben hier keine entscheidende Bedeutung.
FOTOGRAFIEN
Wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Fotografie für Ihr Design sind, sollten Sie die folgenden Dinge
beachten:
Symmetrien im Gesamtaufbau sind niemals zufällig
Auftreten der typischen Muster
satte, opulente Farben – niemals bunt oder überladen
opulent inszeniertes Thema
eindeutiger Fokus auf eine Person bzw. ein Hauptthema
Abbildung stimmig mit dem Gesamtkonzept
keine negativen oder kritischen Darstellungen als Fotothema
Sämtliche Hintergrunddetails sind stimmig
Rufen Sie sich die mondänen Gemälde von Tamara de Lempicka ins Gedächtnis, die eine pure Eleganz, kühle
Sinnlichkeit und Extravaganz ausstrahlen. Nicht grundlos wird sie als eine der wichtigsten Malerinnen des Art
déco bezeichnet. Immer steht in ihren Bildern eine Person im absoluten Mittelpunkt und wird glamourös
inszeniert.
Fotos für Ihr Design benötigen die gleiche Aussagekraft. Gruppenfotos, Schnappschüsse oder Momentaufnahmen passen
nicht dazu. Vielmehr sollte auch das Foto inszeniert und aufgebaut aussehen, wie es bei auffälligen
Modefotografien der Fall ist, […]
Abbildungen und Fotografien von Flugzeugen, Wolkenkratzern, Autos und Kreuzfahrtschiffen können Sie ebenfalls für
Ihr Design nutzen. Thematisch passen diese Darstellungen gut zum Art déco und erzeugen ein harmonisches Bild.
Auch bei diesen architektonischen Motiven spielen Symmetrien eine große Rolle. Sie geben der Gestaltung einen
Rahmen und zitieren die Merkmale des Art déco.
ILLUSTRATIONEN
[…] Geben Sie bei der Motivwahl schönen und hochwertigen Sujets wie Blumen, Schmuckstücken, Kristallgläsern oder
auch einem nostalgischen Grammofon den Vorzug, denn das glamouröse Design möchte das Leben feiern. Denken Sie
noch einmal an Filme wie »The Great Gatsby« und an mondäne Festlichkeiten – diese Anmutung sollte sich auch in
Ihren Illustrationen wiederfinden lassen.
Beispiele für passende Fotografien und Illustrationen finden Sie auch in dem weiter oben gezeigten Screenshot.
Glamour Design am Praxisbeispiel von »up-art«: Print & Web
Auf Grundlage der hier festgestellten Merkmale und gestalterischen Mittel, habe ich für das Praxis-Projekt nun folgendes Design entworfen:
Das Überprüfen der Kontraststärke für eine Schwarzweißdarstellung kann hier vernachlässigt werden, da – im Gegensatz zum Corporate Design – nicht vom sonst üblichen Kopieren der Drucksache auszugehen ist.
Kunden und Gewerbe, die sich über das Glamour Design finden
Wenn Sie – wie in dem Beispiel »The Edmon« – als Gastronom oder Veranstalter einen Betrieb mit exklusivem Ambiente führen, dann ist der Art déco-Stil womöglich genau das passende Design für Ihr Branding.
Genauso gut eignet sich dieser Stil für ein Unternehmen, das überwiegend Artikel aus dem Luxussegment herstellt und/oder zum Verkauf anbietet. Wie etwa Brautkleider, Schmuck, Parfüm, extravagantes Inventar o. ä.
In allen anderen Bereichen bedarf es zumindest eines exklusiven Einzelobjekts (Produkt, Artikel, Exponat) oder Ereignisses (Firmengründung, -jubiläum, Ausstellung). – Für mein Praxisprojekt zur Außendarstellung einer Künstlerin habe ich daher die grafischen Elemente bewusst auf ein Thema eingegrenzt und dieses somit als bevorstehende Vernissage präsentiert.
Als Zielgruppe erreichen Sie mit dem glamourösen (Art déco-) Design vor allem junge und ältere Erwachsene mit mittlerem bis gehobenem Einkommen.
Im nächsten Beitrag werde ich die Stilrichtung „Dekoratives Design“ besprechen.
Vintage Design: Merkmale, Wirkung und geeignete Zielgruppen
In ihrem Buch Stile & Looks – Design-Ideen für Print und Web beschreibt Gudrun Wegener die Merkmale des Vintage Designs so:
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Strukturen, Texturen und kleine Unsauberkeiten im Design sind essenziell.
warme, gedeckte, natürliche Farben
wenige Farben, gerne im Komplementärkontrast
statt eines vollflächigen Weiß lieber tonige Hintergrundfarben oder Strukturen
Schriftmix mit starken Charakterschriften
Haptik und Materialien sind wesentlich.
handgemachte Illustrationen und Grafiken, die bewusst wie gealtert aussehen sollen
Highlights sind wichtig.
Fotos haben einen schlüssigen Bildaufbau, gesättigte Farben und klare Strukturen.
[…]
keine geometrischen, konstruierten Schriften
keine Verläufe oder fotorealistischen Grafiken
keine großen Freiräume
[…]
Dazu kommt eine recht üppige und volle Gestaltung, die dem Betrachter eine Menge zu entdecken gibt. Viele kleine Elemente, wie Illustrationen, Stempel, Banner, Schilder, aber auch Ranken, Anker oder Pfeile, sind charakteristisch für diesen Stil und ergeben zusammen den Vintage Look.
DER VINTAGE-STIL IM PRINTDESIGN Haptik ist wichtig! Geben Sie dickem, mattem und strukturiertem Papier immer den Vorzug vor hochglänzendem oder zu dünnem Papier, wenn Sie Ihr Vintage Design betonen wollen.
Und weiter zur Wirkung:
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Das Vintage Design ist rau, kantig, herrlich unvollkommen und weckt so Erinnerungen an das Handwerk und an die nostalgische gute alte Zeit. Damit ruft es im Betrachter so viele vertraute Emotionen hervor wie kaum ein anderer Stil. Gleichwohl ist der Vintage-Stil keinesfalls altbacken oder verstaubt. Ganz im Gegenteil. Indem Sie traditionelle visuelle Elemente mit modernem Design verbinden, erhalten Sie eine Kombination, die Ihre Leser begeistern wird. Dieser Stil ist nicht nur markant und einzigartig, sondern durch die Werte, die er verkörpert, besonders für Produkte, die mit viel Liebe zum Detail von Hand hergestellt wurden, hervorragend geeignet.
Wofür sollte der Vintage-Stil eingesetzt werden? (Zielgruppen)
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Da der Vintage-Stil die Emotionen der Menschen anspricht, eignet er sich vor allem für Unternehmen und Produkte, die eine lange Tradition haben oder die ganz bewusst auf die handgemachten Qualitäten ihrer Produkte hinweisen wollen. Dazu zählen beispielsweise die Produzenten von hochwertigen Spirituosen, wie Gin oder Whiskey, Handwerksbetriebe, Gewürzhersteller, Restaurants mit rustikaler Küche oder auch Hersteller von naturbelassenen Kosmetika. Immer dann, wenn Sie Erfahrung, Handwerk und Tradition ausdrücken wollen, sind Sie mit dem Vintage-Stil gut beraten.
Was uns umgekehrt dazu bringt, Vorsicht walten zu lassen, denn dieser Stil eignet sich nicht für jede Zielgruppe. Zu einem hippen Start-up aus der Finanzbranche mit seinen innovativen und technologischen Themen passen die vermittelten Werte des Vintage-Stils gar nicht. Auch ein modernes Medizinunternehmen sollte es vermeiden, mit dem nostalgischen und antiken Charme zu spielen, wenn es Pharmaka verkaufen will, die den neuesten Stand der Medizinforschung widerspiegeln.
Eins der wohl bekanntesten Logos im Vintage-Design – allerdings nicht, weil es als solches in der Gegenwart kreiert wurde, sondern weil es noch original aus der oben zitierten „nostalgischen guten alten Zeit“ stammt – ist sicherlich das von Coca Cola.
Nachfolgend stelle ich Ihnen noch zwei weniger bekannte Marken vor, deren Vintage-Design erst in der neueren Zeit entstanden ist. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Das eine handelt mit restaurierten Möbeln, das zweite bezeichnet sich selbst als „Neo Vintage Mode und Lifestyle-Magazin“.
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen wieder einen komprimierten Überblick, welche Formen, Muster, Farben, Schrift und Sonstiges – Gudrun Wegener diesmal zur Anwendung im Vintage Design empfiehlt.
a) Schriften (Typografie)
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Welche Schriften sind für das Vintage Design empfehlenswert?
WIE VIELE SCHRIFTEN? Für die meisten Designstile gilt, dass Sie sparsam mit der Anzahl der Schriften umgehen sollten. Beim Vintage Design ist es jedoch anders. Dieses Design lebt erst durch die Kombination unterschiedlicher Schrifttypen und erhält so seine typische Optik. Wie Sie bereits wissen, können Sie auf die große Bandbreite der Hand-, Serifen- und serifenlosen Schriften zurückgreifen. Besonders schön wirkt das Vintage Design, wenn Sie sich auf zwei bis drei Schrifttypen festlegen und diese dann bei Bedarf in mehreren Schriftschnitten verwenden. Lassen Sie sich durch diese Vorgaben jedoch nicht zu sehr einschränken, und behalten Sie immer die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten im Blick, denn erst diese lassen Ihr Vintage Design lebendig wirken.
b) Farben
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Das Vintage Design wird dominiert von warmen, satten und erdigen Tönen, die an alte Fotografien, Leder, Holz oder altes Papier erinnern. Helle, strahlende Pastelltöne sucht man hier vergebens. Alle Farben sind gedeckt und bringen so einen Hauch von Vergangenheit in das Design. Dazu passt, dass dieser Stil mit nur wenigen Farben auskommt. Ein Farbton verkörpert hierbei immer die dominante, ausschlaggebende Farbe und wird dann durch zwei bis vier weitere Farben ergänzt.
[…]
Besonders Braun-, Sepia-, Gelb- und Beigetöne findet man im Vintage Design in allen Facetten. Diese Farben harmonieren sehr gut miteinander und geben Ihrem Design einen schönen, einheitlichen Basislook. Doch analoge Farben allein wären viel zu langweilig für das Vintage Design. […], denn gerade Komplementärkontraste sehen im Vintage Design besonders schön aus. […] Zu Braun und kräftigen Orangetönen beispielsweise passt ein gedecktes Blau. Zu einem dumpfen Hellgelb passt ein sattes, tiefes Violett, und Weinrot lässt sich sehr gut mit Grün kombinieren.
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Hintergrundfarben anstelle von Weiß werden im Vintage Design viel und gerne eingesetzt. Vor allem im Webdesign geben Sie der Gestaltung auf diese Weise einen einheitlichen Look und bieten eine stimmige Alternative zum reinweißen, strahlenden Hintergrund.
c) Illustrationen und Grafiken
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Illustrationen und Grafiken sind in der Regel in nur einer einzigen Farbe gehalten und mit sehr viel Realitätstreue gezeichnet. Sie erinnern an Abbildungen aus alten Lexika, als in der Gestaltung Illustrationen statt der heutigen Fotografien vorherrschend waren. Kommen Farben hinzu, dann nur als Fläche und sehr gezielt eingesetzt. Realistische Verläufe, 3D-Effekte oder hochauflösende Grafiken gibt es im Vintage Design nicht. Denken Sie an die Druckplatten, mit denen die Abbildungen früher umgesetzt wurden. Da musste für jede Farbe ein weiterer Farbauftrag vorgenommen werden – immer verbunden mit viel Arbeitszeit, hohem Materialverbrauch und natürlich auch steigenden Kosten. Einfache, farblich reduzierte Grafiken waren daher an der Tagesordnung. Der detailgetreue Zeichenstil ersetzte die Farbvielfalt bei großen Abbildungen, wodurch auch für das moderne Vintage Design eine Optik vorgegeben wird. Kleine Grafiken sind im modernen Vintage-Design ebenfalls einfarbig, jedoch weit weniger detailliert gezeichnet.
d) Banner
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Banner, Badges, Abzeichen sowie Wimpel erfüllen alle den gleichen Zweck. Sie geben den Inhalten einen Rahmen, heben Informationen hervor und ermöglichen es, das Design kleinteiliger und interessanter zu gestalten, ohne dafür mehr Farben verwenden zu müssen. Freiflächen, die Sie in anderen Stilen für die Strukturierung und Sortierung der Inhalte nutzen können, stehen Ihnen ja im Vintage Design nur in geringem Ausmaß zur Verfügung – zu kleinteilig und üppig ist dieser Look.
e) Strukturen und Texturen
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Auch Strukturen und Texturen, die an echte Haptik und fühlbare Materialien erinnern, helfen Ihnen dabei, ein charakterstarkes Vintage Design zu entwerfen. Sie erreichen diesen Effekt, indem Sie einen Filter oder eine halbtransparente Maske über Ihre Grafiken, Farbflächen und Abbildungen legen. Auch für Fotos können Sie diese Technik nutzen, um Ihrem Design einen einheitlichen Look zu geben.
Hochauflösende Fotos, die bis ins letzte Detail jeden Winkel zeigen und ausleuchten, gibt es im Vintage Design nicht. Stattdessen treffen Sie hier auf stimmungsvolle Aufnahmen, die mit gebrochenen und satten Farben arbeiten. Fotoaufnahmen waren früher teuer und etwas Besonderes, das entsprechend sorgsam behandelt wurde.
Die Motive auf alten Fotos sind aus diesem Grund immer überlegt, genau in Szene gesetzt und wirken nach heutigem Empfinden oft ein wenig gestellt. Das tut ihrem Charme jedoch keinen Abbruch.
Es gibt einen klaren, überlegten Fokus im Foto.
Es gibt keine zufälligen Schnappschüsse mit Anschnitten.
Abgebildete Personen stehen im Zentrum des Bildes.
Gegenstände werden zunächst genau ausgerichtet und dann erst fotografiert.
Hintergründe sind manchmal unscharf, weil sie für das Foto nicht so entscheidend sind.
Ob ein Foto zum Vintage Design passt, hängt aber nicht nur vom Aufbau, sondern vor allem von der Farbe und auch hier wieder von der Struktur ab. Achten Sie darum unbedingt darauf, eine kleine Farbpalette mit gebrochenen, natürlichen und warmen Farben zu nutzen. Auch einfarbige Fotos lassen sich stimmungsvoll im Vintage Design einsetzen. Verwenden Sie jedoch anstelle von harten Schwarzweißfotos lieber Sepiatöne, denn diese passen viel besser zum Stil.
Vintage Design am Praxisbeispiel von »up-art«: Logo, Print & Web
Auf Grundlage der hier festgestellten Merkmale und gestalterischen Mittel, habe ich für das Praxis-Projekt nun folgendes Design entworfen:
Denken Sie bei der Farbauswahl daran, dass Ihr Design auch in Schwarzweiß (siehe Logo) über ausreichend Kontraststärke verfügt.
Kunden und Gewerbe, die sich über das Vintage Design finden
Der Kunstbereich eignet sich, abhängig von der jeweiligen Stilrichtung,
nur bedingt für den Vintage-Look als Corporate Design. Erste Voraussetzung ist
selbstverständlich, dass die Objekte, wie in unserem Praxisbeispiel, zumindest von
Hand gefertigt und nicht als Digital Art am PC entstanden sind. – Außer natürlich,
Sie sind Fotograf und arbeiten überwiegend mit Vintage-Motiven. ????
Darüber hinaus gilt der weiter oben bereits zitierte Grundsatz: »Immer
dann, wenn Sie Erfahrung, Handwerk und Tradition (Anm. von mir: oder auch Nostalgie,
so beispielsweise in Bezug auf Fashion und Lifestyle) ausdrücken wollen, sind
Sie mit dem Vintage-Stil gut beraten.« Alter und Geschlecht der Zielgruppe
spielen hier übrigens – abgesehen von Ihrem eigentlichen Waren- bzw. Dienstleistungsangebot
– keine Rolle.
Im nächsten Beitrag werde ich die Stilrichtung „Glamouröses Design“ besprechen.
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